Edelsteine

Was sind Edelsteine?

Die meisten Edelsteine sind Mineralien, wozu auch der Diamant zählt, die wegen ihrer Schönheit, ihrer Farben oder speziell gearteter Lichtwirkungen besonders geschätzt und zu Schmuckzwecken verwendet werden.

Edelsteine werden seit jeher von den Menschen begehrt. Sie galten früher als Statussymbole, die nur der wohlhabenden Schicht vorbehalten waren. Heute werden Edelsteine weniger zur Demonstration von Reichtum, sondern mehr zur eigenen Freude getragen.

Viele glauben sogar an ihre heilenden Kräfte. Vom feurigen Rot des Rubins bis zum mystischen Schimmern des Opals hat die Natur eine Fülle von farbigen Kostbarkeiten hervorgebracht.

Sie entstehen unter hohem Druck, bei hohen Temperaturen und in großer Tiefe. Edelsteine kommen sehr selten vor und sind darum äußerst begehrt. Jeder Edelstein ist einzigartig und überzeugt durch seine ganz individuelle Schönheit. Es gibt zwischen 2500 und 3000 Mineralien, aber nur 80 bis 100 werden als Edelsteine verwendet.

Ohne Zweifel ist die Farbe der Edelsteine das sichtbarste und damit –zumindestens für den Nichtfachmann- das eindeutigste Kennzeichen.Wichtig zu wissen ist allerdings, dass Edelsteine ein- und derselben Mineralien oft unterschiedliche Farben haben.

Seiner Eigenschaft wegen wurde der Rubin zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Korund-Gruppe eingereiht. Der Name Korund kommt aus der Bezeichnung „Koruwinda“ und unterscheidet zwei Steingruppen: die rote Art heißt Rubin und alle nicht roten heißen in der Edelfachsprache Saphire. Die Korunde bestehen aus Tonerde = Aluminiumoxyd, das winzige Spuren von Metallen enthält.
In der Farbe belegt der Rubin die ganze Breite der Rottöne. Vom rosastichigen Rot über reines Hellrot, einem kräftigen Taubenblutrot, über Purpurrot abfallend bis zum Violettrot zeigt sich sein faszinierendes Farbspiel. Winzigen Spuren von Chrom verdankt dieser rote Korund in einem geologischen Glücksfall seine unnachahmliche Farbe, die als Rubinrot in die Farbpalette der Kunstmaler und in den Sprachschatz eingegangen ist.

Chrom selbst kommt in der Erdrinde normalerweise nur in großen Tiefen vor. Das heißt, es muss aufsteigen, auf sich gerade verfestigendes Aluminiumoxid treffen und sich damit verbinden. Das ist sehr selten der Fall und darum gibt es auf der Erde nur wenige Rubinvorkommen. Von der gesamten Weltedelsteinförderung entfallen kaum 0,5 % auf Rubine. Selbst in einer größeren Mine besteht die Monatsproduktion nur aus wenigen hundert Gramm Rubinen.

Mit dem Härtegrad 9 der Mohs’schen Skala wird der Rubin nur noch vom Diamant übertroffen. Anders als beim Diamanten werden Einschlüsse beim Rubin nicht negativ bewertet sondern dienen als Echtheitsbeweis für Natursteine.

Die wichtigsten Rubinvorkommen befinden sich in Birma, Thailand, Sri Lanka und Tansania. Ein besonders ergiebiger Fundort ist in Oberbirma, hier findet man seit Jahrhunderten die begehrteste Rubinfarbe, das „Taubenblutrot“.

Der Rubin wird vorwiegend als Schmuckstein verarbeitet und ist als solcher weit verbreitet. Durchsichtige Rubine erhalten in der Regel einen Facetten-Schliff, wie z.B. Treppen- oder Brillantschliffe. Rubine, die mehr oder weniger undurchsichtig sind, werden gerne mit einem Cabochonschliff (ein glatter, kuppelförmiger Schliff) versehen. Einige Rubine zeigen hier durch ausgerichtete Einlagerungen oder winzige Risse einen Katzenaugeneffekt oder einen sechsstrahligen Stern. Diese Lichtspiele wandern bei Bewegung des Rubins über dessen Oberfläche und sind bei entsprechender Ausprägung außerordentlich begehrt.

Der Saphir ist eine Varietät des Minerals Korund. Die hauptsächliche Farbe des Saphir ist Blau, in der Regel verschiedene dunkelblaue Töne, aber auch helleres Blau. Seltenere Farben des Saphir sind: Rosa, orange, gelblich, klar, grün, pink. Dem Saphir zugerechnet werden all jene Korunde, die nicht rot sind. Diese Unterscheidung macht durchaus Sinn, wenn man sich die Sonderstellung der roten Korunde, also der Rubine vor Augen hält.

Mit der Härtegrad 9 der Mohs’schen Skala wird der Saphir nur noch vom Diamant übertroffen. Anders als beim Diamanten werden Einschlüsse beim Saphir wie beim Rubin nicht negativ bewertet, sondern dienen als Echtheitsbeweis für Natursteine.

Die wichtigsten Saphir Vorkommen befinden sich in Australien, Sri Lanka, Birma und Thailand. Die begehrtesten Saphire mit einem seidig schimmernden, tiefen Kornblumenblau kamen einst aus Kaschmir (Indien). Wie es heißt, sollen die dortigen Vorkommen erschöpft sein.

Der Saphir wird vorwiegend als Schmuckstein verarbeitet und ist als solcher weit verbreitet. Die begehrtesten Saphire sind die klaren, kraftvoll leuchtenden Varietäten. Diese werden fast immer mit Facetten versehen, welche den optischen Reiz weiter steigern. Saphire, die mehr oder weniger undurchsichtig sind, werden in der Regel mit einem Cabochonschliff (ein glatter, kuppelförmiger Schliff) versehen. Einige Saphire zeigen hier durch ausgerichtete Einlagerungen oder winzige Risse einen Katzenaugeneffekt oder einen sechsstrahligen Stern. Diese wunderbaren Lichtspiele wandern bei Bewegung des Saphirs über dessen Oberfläche und sind bei entsprechender Ausprägung außerordentlich begehrt.

Neben dem Smaragd, der grünen Farbvarietät von Beryll, gibt es noch andere Farbvarietäten, deren Farben durch farbgebende Spurenelemente erzeugt werden. Reiner Beryll ist farblos. Neben dem meerwasserblauen Aquamarin, gehört der rosa bis rosenroten Morganit und der gelbe bis orangfarbene Heliodor zur Familie der Berylle.

Der Name Smaragd stammt aus dem griechischen Wort „Smaragdos“ und bedeutet grüner Stein. In der Beryll-Kristallgruppe gilt der Smaragd als der edelste Stein. Seine grüne Farbe erhält der Smaragd von dem Metall Chrom. Sein Grün ist so unvergleichlich, dass man diesen Farbton offiziell als smaragdgrün anerkannt hat. Innerhalb der Farbintensivitätsskala sind die tiefgrünen Steine die begehrtesten. Neben der Farbintensität ist die Leuchtkraft ebenso wichtig wie die Farbe. Beide zusammen bestimmen zu 90% den Gesamtwert des Steines. Smaragde gehören zu den kostbarsten und seltensten Edelsteinen. Große gut gefärbte Steine sind wertvoller als Diamanten. Die wichtigsten Vorkommen sind in Kolumbien, Brasilien und Russland.

Der Smaragd wird zwar durch seine gute Härte (Mohs’sche Härte 7,5 bis 8) weitgehend von Kratzern geschützt, aber die vielen Risse und seine Sprödigkeit können das Schleifen, Fassen und Reinigen problematisch machen. Smaragde zu schleifen ist immer wieder eine besondere Herausforderung, zum einen wegen des hohen Wertes der Rohkristalle und zum anderen wegen der häufigen Einschlüsse. Deswegen wurde speziell für den Smaragd ein eigener Schliff geschaffen, der Smaragdschliff.

Smaragde reagieren recht empfindlich auf unsachgemässe Behandlung, denn viele sind heute mit farblosen Ölen oder Harzen behandelt, was handelsüblich ist. Daher sollten sie nicht im Ultraschallbad gereinigt werden. Die während des Bearbeitens vom Schleifer benutzten oder nachträglich aufgebrachten Substanzen versiegeln die feinen Öffnungen auf der Oberfläche des Edelsteins und würden beim Reinigungsprozess entfernt – mit dem Ergebnis, dass der Stein anschließend matt wirkt. Deshalb sollten Smaragdringe auch immer abgenommen werden, bevor man die Hände in Wasser mit Reinigungsmittel taucht. Zudem sind alle Smaragde empfindlich gegenüber Wärme, insbesondere bei Lötarbeiten. Bei starker Erhitzung werden sie trüb und weiß und zerfallen zu dünnen Plättchen.

Der Aquamarin ist einer unserer beliebtesten und bekanntesten Edelsteine und zeichnet sich durch viele gute Eigenschaften aus. Er ist fast so beliebt wie die Klassiker Rubin, Saphir und Smaragd. Eisen ist dabei die farbgebende Substanz des Aquamarins, dessen Farbenspektrum vom fast farblosen Blassblau bis zum kräftigen Meeresblau reicht. Je intensiver die Farbe eines Aquamarins ist, desto höher wird er bewertet. Wie Smaragd, Heliodor und Morganit ist Aquamarin eine Varietät des Minerals Beryll.

Der Name kommt vom lateinischen „Aqua“ = Wasser und „Mare“ = Meer und bedeutet meerwasserfarbig. Die Farbe des Aquamarins ist meist gleichmäßiger verteilt als die des Smaragds. Weitaus häufiger als sein berühmter grüner Bruder ist er weitgehend frei von Einschlüssen. Der Aquamarin hat eine gute Härte (7,5 bis 8 auf der Mohs’schen Skala) und einen wunderschönen Glanz. Seine gute Härte macht ihn recht unempfindlich und schützt ihn weitgehend vor Kratzern.

Das wichtigste Vorkommen des Aquamarins liegt in Brasilien. Weitere Vorkommen gibt es in Madagaskar, Russland, USA, Südwest-Afrika, Nigeria, Sambia, Mozambique und Afghanistan oder Pakistan. Die seltenen, intensiven blauen Aquamarine aus der Mine Santa Maria de Itabira in Brasilien nennen sich „Santa Maria“. Ähnliche Farbnuancen kommen auch aus einigen wenigen Edelsteinminen in Afrika die die Bezeichnung „Santa Maria Africana“ tragen.

Der Amethyst ist ein weit verbreitetes Mineral, welches neben dem Citrin wohl einer der beliebteste Vertreter der Quarzfamilie ist. Er zählt zu den Kristallquarzen, die in Drusen und Gängen große Kristalle bilden. Seine violette Farbe erhält er hauptsächlich durch Spuren von Eisen. Die violette Farbe des Amethysts reicht von einem sehr hellen, leicht rosafarbenen bis zu einem sehr dunklen Violett. Für Schmuck ist insbesondere der Amethyst in einem dunklen Violett begehrt, dabei wird er in der Regel in unterschiedlich facettierten Formen (z.B. runder Brillant-Schliff) oder im Cabochonform geschliffen.

Der Name Amethyst kommt aus dem Griechischen von „Amethystos“, was „dem Rausche entgegen wirkend“ bedeutet und sollte den Träger gegen die berauschende Wirkung von Wein schützen.

Aufgrund der Farbe und seiner Transparenz ist der Amethyst ein sehr beliebter Edelstein. Der Amethyst weist eine gute Härte auf (Mohs’schen 7), was ihn weitgehend vor Kratzern geschützt. Die Vorkommen sind weit verbreitet. Die wichtigsten Fundorte liegen in Mexiko, Brasilien Uruguay, Sambia und Madagaskar.

Amethyste können bei Erhitzung/Brennen von ca. 400 Grad in grüne, hellgelbe und braune Farbtöne umschlagen. Unter Einfluss von Sonnenlicht können Amethyste ihre Farbe verlieren. Deshalb sollte der Amethyst keiner direkten UV-Bestrahlung ausgesetzt werden und nicht beim Sonnenbad, unter dem Solarium oder in einer Diskothek mit Schwarzlicht getragen werden.

Schwarzer Opal

Aufgrund ihrer Seltenheit und faszinierenden Schönheit gelten Schwarzopale als die unangefochtenen Könige – und das nicht nur im Reich der Opale. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein solcher Stein von mittlerer Qualität und Größe mindestens 1000-mal seltener ist als ein durchschnittlicher einkarätiger Schmuckdiamant.

Weißer Opal

Charakteristisch für die Hellen Opale (Milchopale) ist ihre helle, oft milchig-weiße bis transparente Grundfarbe. Dazu zeigt sich ein buntes Farbenspiel, das als Opalisieren bekannt ist. Mit jedem neuen Lichteinfall leuchten sanft neue Farben auf und bezaubern den Betrachter. Neben den Milchopalen gibt es auch durchscheinende bis klar durchsichtige Varietäten bei den Hellen Opalen, die sogenannten Kristallopale.

Crystal Opal

Beim hellen Kristallopal findet man oft feinste Opalqualitäten. Er ist klar durchsichtig und zeigt alle Farben des Sonnenspektrums mit lebendigster Brillanz und Strahlkraft.

Boulder

Boulderopale sind eine besonders beliebte australische Opalvarietät. Die Hauptabbaugebiete der Boulderopale in Queensland/Australien liegen in einem 300 km breiten und 800 km langen Gürtel aus verwitterten kreidezeitlichen Sedimenten, hauptsächlich in den Gegenden um Winton, Vergemont, Jundah, Quilpie, Eromanga, Yowah und Cunnamulla.

Yowah Nuss

Yowah-Nuss-Opale werden in Yowah und im benachbarten Koroit in Queensland, Australien gefunden, meist innerhalb einer Form, die wie eine größere Nuss aussieht – daher der Name. Dort, in den südlichsten Opalfeldern Queenslands durchziehen regelrechte Bänder aus „Boulder-Nüssen“ die Sedimente, doch nur in wenigen unter Tausenden dieser Nüsse ist auch Opal entstanden. In Yowah und Koroit ist es jedoch der Traum eines jeden Opalsuchers, solch eine ganz mit Opal ausgefüllte Eisen-Ton-Sandstein-Nuss zu finden.

Mexikanischer Matrixopal

Die Berge Mexikos sind die Heimat dieser faszinierenden Opalvarietät, deren Hauptfundorte ebenfalls die Gebiete um Magdalena und Querétaro sind. Das Suchen nach den wertvollen Opalen hat dort eine lange Tradition, gruben doch schon die Azteken nach den begehrten Steinen und verwendeten sie für Schmuck, in Mosaiken und für kultische Zwecke. Bei dieser farbenfrohen Feueropalvarietät ist der leuchtende Opal mit dem ihn umgebenden Muttergestein, der Matrix, verwachsen, welche oft aus rotbraunem Ryolith (magmatischer Stein) besteht. Vor dem Hintergrund des unscheinbaren Muttergesteins entfaltet sich erst die ganze Pracht der Feueropalschicht. Ihre meist feuerrote bis orangegelbe Grundfarbe erinnert uns an die glühenden Vulkane, in denen die mexikanischen Feueropale einst entstanden sind.

Feueropal

In Mexiko befinden sich die weltweit wichtigsten Feueropalfundstellen. Wirtschaftlich von geringerer Bedeutung sind Fundstellen in anderen Ländern wie Brasilien, den USA, Äthiopien, der Türkei und Australien.

Facettierte Feueropale zeigen in der Regel kein Farbspiel, bieten sich jedoch durch ihre Klarheit zum Facettieren an. Körperfarbe und Transparenz sind die wichtigsten Preis bestimmenden Kriterien dieses Feueropals. Je mehr Transparenz und Leuchtkraft und je intensiver tiefrot seine Körperfarbe ist, desto höher wird er bewertet.

Wasseropal

Mexiko ist ebenso die Heimat der schönsten Wasseropale der Welt. Sie kommen aus den gleichen Lagerstätten in den Gebieten um Magdalena und Querétaro wie die weltberühmten mexikanischen Feueropale. Charakteristisch für diesen Opaltyp ist die durchsichtige bis durchscheinende wasserhelle Grundfarbe, die entweder ganz farblos ist oder aber ganz zart blau bis gelborange schimmern kann. Alle Farben des Sonnenspektrums können zusätzlich wie tanzende Lichter im Wasseropal erscheinen.

Zusammengesetzte Opale

Dubletten

Im Vergleich zu soliden Opalen, die nur geschliffen und poliert werden und evtl. natürliche Rückseiten wie Potch oder Eisen-Ton-Sandstein haben, werden Dubletten und Tripletten von Menschenhand zusammengesetzt.

Opaldubletten sind zusammengesetzte Edelsteine, dessen Oberteil aus einer feinen, geschliffenen oder polierten Schicht aus hochwertigem Opal besteht, die auf eine geeignete Unterschicht aufgeklebt ist. Für das Unterteil können unterschiedliche Materialien wie Obsidian, Kristallglas, das Muttergestein des Boulderopals oder der nicht oder kaum opalisierende Potch-Opal verwendet werden. So entstehen attraktive Edelsteine mit schönem Farbenspiel zu relativ günstigen Preisen im Vergleich zu soliden Schwarzopalen vergleichbarer Qualität. Auch können Opaldubletten in größeren Mengen hergestellt werden, wodurch sie sich einer großen Beliebtheit erfreuen.

Tripletten

Opaltripletten sind eine Weiterentwicklung der Dublette. Hier wird die kostbare Opalschicht noch durch eine zusätzliche Schicht von Bergkristall oder Kristallglas geschützt. Opaltripletten sind sehr arbeitsintensiv in der Herstellung, aber sparsam in der Verwendung des kostbaren Opal-Rohmaterials. Verwendet wird vor allem Heller Opal, der auf dunklem Trägermaterial ein intensives Farbenspiel zeigt. Da die feine Opalschicht gut geschützt unter der Bergkristall- oder Kristallglaskappe liegt, genügt bereits eine dünne Opalschicht um das lebhafte Schimmern der Farben zu erzeugen. Opaltripletten sind attraktive Alternativen zu den kostbaren und seltenen Schwarzopalen. Ihr Farbenspiel ist beeindruckend und verändert sich je nach Lichteinfall ständig. Die Trageeigenschaften sind gut, und sie passen sich flexibel jedem Farbtrend der Mode an. Generell sind sie die preiswerteste Variante aller australischen Opale, können jedoch in guten Qualitäten durchaus auch sehr hohe Preise erzielen.

Entstehung und Eigenschaften

Zur Entstehung der Opale wurden im Laufe der Zeit viele Theorien entwickelt. Nachfolgend wird der derzeitige Stand der Wissenschaft beschrieben. In der Kreidezeit (vor 135 – 70 Millionen Jahren) und den nachfolgenden Jahrmillionen haben sich in den abgelagerten tonreichen Mergelschichten zunächst Gesteine abgelagert, aus denen anschließend unterirdische Rinnsale und Grundwasserläufe Kieselsäure (SiO2) auslaugten.

Stark vereinfacht lässt sich die Entstehung von Opal ausdrücken in

Opal = Kieselsäure + Wasser

In wasserundurchlässigen Gesteinsschichten sammelte sich die Kieselsäure, wo sie sich durch fortlaufende Wasseranreicherung und -verdunstung zu dem verfestigte, was wir heute als Opal kennen. Die Opale erstarrten also, im Gegensatz zu den meisten anderen Edelsteinen, lange nachdem sich das „Muttergestein“ gebildet hatte.

Dies erklärt auch, warum zumindest die australischen Opale selten in großer Tiefe vorkommen und geologisch gesehen relativ „jung“ sind. Opal suchen bedeutet somit die Suche nach diesen opalführenden Hohlräumen ehemaliger Vulkane, Meere, Seen und Wasserläufe.

Während australische Opale vorwiegend in den sedimentären Schichten gefunden werden, kommen z.B. mexikanische Opale stets in vulkanischem Gestein vor.

Das Licht im Opal

Es bedurfte der Erfindung des Elektronen-Mikroskops, um das Geheimnis des Farbspiels im Opal erklären zu können.

Edelopal besteht aus winzigen gleichförmigen Kieselsäure-Kügelchen von 0,15 bis 0,3 tausendstel Millimeter Durchmesser, gleichmäßig in Gruppen angeordnet. Diese Gruppen werden als Pattern bezeichnet. Die Zwischenräume sind mit Kieselgel und bis zu 10 Prozent Wasser gefüllt. Die Lichtbeugung wird durch den unterschiedlichen Brechungsindex von Wasser (1,33) und Kieselsäure (1,44) ermöglicht.

Trifft nun weißes Licht auf die Kugel-Gruppen wird es je nach Kugelgröße und Stärke der Gruppen in die Spektralfarben gebrochen (gebeugt) und auf Grund der unterschiedlichen Wellenlängen in verschiedenen Winkeln reflektiert. Je größer die Kieselsäurekügelchen und die einzelnen Gruppen sind, desto langwelligeres Licht (rote Farbtöne) wird durchgelassen und gebeugt. Kleine Kügelchen bzw. Gruppen lassen nur kurzwelliges Licht (blaue Farbtöne) sichtbar werden. Die einzelnen Farben des Regenbogens sind vom Auge getrennt wahrnehmbar.

Beim Turmalin sind fast alle Farben des Regenbogens in natürlichen Vorkommen vertreten. Er umfasst jede nur erdenkliche Farbnuance. In einem einzelnen Stein können sogar mehrere Farbtöne kombiniert sein und tolle Effekte hervorrufen.

Der Name Turmalin stammt vom singalesischen Wort „tura mali“ ab. Übersetzt bedeutet es so viel wie „Stein mit gemischten Farben“.

Besonders schön und beliebt sind der grüne Turmalin (Verdelith) und der rosa oder rote Turmalin (Rubellit). Es gibt aber auch schwarze, blaue oder braune Varianten des Turmalin. Zweifarbige Steine sind Bicolor-Turmaline während mehrfarbige Multicolor-Turmaline heissen.
Je nach Blickrichtung kann es sein, dass die Farbe anders oder unterschiedlich intensiv ist. Dann gibt es Turmaline, die ihre Farbe ändern beim Wechsel vom Tages- zum Kunstlicht und manche zeigen den Lichteffekt eines Katzenauges.

Turmaline werden fast überall auf der Welt gefunden. Die ältesten bekannten Fundorte liegen in Asien. Die bedeutendsten Vorkommen sind in Brasilien, Sri Lanka und in Süd- und Südwestafrika.

Erst im Jahre 1703 brachten Holländer erstmals Turmaline aus dem fernen Ceylon nach Europa. Danach vergingen weitere 200 Jahre, bis man eine chemische Formel aufstellen konnte für dieses kompliziert zusammengesetztes Mineral

Der Citrin gehört wie der Amethyst zur Familie der Quarze und ist ein sehr beliebter Schmuckstein. Der Name Citrin leitet sich aus dem lateinischen „Citrus“ für Zitrone ab und verweist auf die zitronengelbe Farbe.

Der natürliche Citrin kommt unter anderem in Brasilien, Argentinien, Frankreich, Birma, Madagaskar, Russland, Spanien und USA vor.

Der Citrin hat eine gute Härte (Mohs´sche Härte 7), was ihn weitgehend von Kratzern geschützt und er deshalb gut als Schmuckstein geeignet ist. Facettiert geschliffene Citrine stellen immer einen besonderen Blickfang dar.

Farbgebende Substanz im Citrin ist Eisen. Der naturfarbige gelbe Citrin ist sehr selten. Je nach Herkunft und Ursache der Färbung variiert der Farbton von blass grünlich gelb über orange bis zu braun orange. Bei den meisten im Handel befindlichen Steinen handelt es sich um orange-gelbe, gebrannte Amethyste.

Die irreführende Bezeichnung „Gold-Topase“, „Madeira-Topase“ und „Palmira-Topase“ etc. – wobei es sich hier um Citrine handelt – sind heutzutage nicht mehr üblich.

Der Tansanit ist eine Varietät des Mineral Zoisit. Der erste Fund eines Tansanits war das Jahr 1967. Das blaue Mineral wurde im Nordosten von Tansania entdeckt. Für die Bestimmung wurde das Mineral in die USA versandt, um dort vom Gemological Institute of America untersucht zu werden. Aufgrund der Seltenheit erkannte das amerikanische Unternehmen Tiffany das gewinnbringende Potential und führte 1968 den blauen Zoisit unter dem Namen Tansanit, benannt nach dem Herkunftsland, ein.

Auch heute noch wird der Tansanit am gleichen Fundort gefördert, wo das erste Exemplar gefunden wurde. Die Tansanit-Lagerstätte in Tansania ist der weltweit einzig bekannte Fundort des raren Minerals. Da die Menge der vorhandenen Tansanite zunehmend erschöpft , wird der Tansanit voraussichtlich in der Zukunft im Preis weiter steigen und zu einem noch selteneren Edelstein werden als er dies ohnehin schon ist.

Der Tansanit hat eine blaue Farbe, diese reicht vom tiefen Blau, bis zu einem hellen Violettblau, Grüngelb und Rotviolett. Je grösser der Tansanit, umso intensiver ist seine Farbe. Die begehrteste Farbe ist ein von einem leichten Hauch von Purpur umspieltes Blau. Die ausgeprägte Mehrfarbigkeit des Tansanits ist typisch. Je nach Blickrichtung erscheint der Stein blau, purpurfarben oder braun-gelb.

Durch vorsichtiges Erhitzen kann man den meist vorhandenen braun-gelben Farbanteil eines Rohkristalles zum Verschwinden bringen. Bei ca. 500 – 550 Grad Celsius schlägt dieser Farbton in Blau um.

Der Tansanit ist ein äußerst begehrter Schmuckstein. Seine kräftige Farbe und die außergewöhnliche Transparenz machen ihn zu einem ganz besonderen Edelstein, der sich vor allem in facettierter Form hervorragend für elegante Schmuckstücke eignet. Er gehört mit zu den kostbarsten Mineralien der Welt. Das Schleifen eines Tansanits erfordert großes handwerkliches Geschick, denn er ist sehr leicht spaltbar. Tansanit ist mit der Härte 6,5 bis 7 auf der Mohs´schen Skala nicht allzu hart. Deshalb sollte er vorsichtig getragen und niemals einer Reinigung im Ultraschallgerät ausgesetzt werden oder mit Säure in Berührung kommen.

Über die Herkunft des Namens Topas existieren verschiedene Überlieferungen – er könnte vom Sanskritwort „Tapaz“ für „Feuer“ oder „Leuchten“ abstammen oder aber nach der Insel im Roten Meer „Zebirget“ benannt sein, die einst „Topazios“ hieß.

Bei Topas handelt es sich um ein Mineral, chemisch gesehen um ein Aluminiumsilikat. Der Farbenreichtum entsteht durch unterschiedliche Oxidationsstufen von Eisen bzw. Chrom. Topas kommt natürlicherweise meist farblos oder mit hellen Farben vor. Mit einer Mohshärte von 8 gehört Topas zu den harten Mineralen und dient als Bezugsgröße auf der bis 10 (Diamant) reichenden Skala nach Friedrich Mohs.

Der Blautopas gehört zu den besonders begehrten Edelsteinen und verleiht einem Schmuckstück eine außergewöhnliche Faszination. Die meisten Topas- Edelsteine kommen heute aus Brasilien. Weitere wichtige Fundorte liegen in der Tschechoslowakei, Norwegen, Schweden, Japan, Mexiko, USA, Sri Lanka, Birma und Pakistan. In Deutschland befindet sich einer der historisch wichtigsten Fundorte von Topas. Der sogenannte Schneckenstein in Sachsen lieferte über Jahrhunderte weingelbe, bis hühnereigroße Topase von hervorragender Qualität.

Der Topas wird in verschiedenen Formen wie Treppen-, Scheren- oder Brillantschliff geschliffen, so dass er besonders faszinierend glänzt.

Gold-, Madeira- und Rauchtopas sind trotz ihres Namens keine echten Topase. Alle drei sind Varietäten der Quarzgruppe und gehören nicht zum Mineral Topas. Der günstigere Citrin löste den Topas zeitweise fast gänzlich ab, aber gerade in den blauen Varietäten (Blautopas) wird der Topas derzeit wieder immer beliebter.

Farbe

Die Qualität der Farbe ist hauptsächlich maßgebend für die Wertbestimmung des Farbedelsteins. Die Beurteilung erfolgt nach verschiedenen Kriterien wie z.B. Grundfarbe, Farbton, Reinheit.

Aufgrund der enormen Farbenvielfalt bestehen keine genauen Bezeichnungen für einzelne Farbtöne, sondern nur möglichst exakt formulierte Farbbeschreibungen. Allein bei der Steinfamilie der Turmaline kommen in der Natur über 1000 verschiedene Farbvariationen, Farbtöne und – kombinationen vor!

Die Farbe eines Steines hängt von seiner chemischen Zusammensetzung ab. Vor allem Metalle und ihre Verbindungen wirken dabei farbgebend. Beim Rubin zum Beispiel erzeugt das Chrom die Farbe Rot, für die Farbe Blau beim Saphir ist Eisen verantwortlich.

Gewicht

Das Gewicht stellt die einzig eindeutige Größe bei der Beurteilung von Farbedelsteinen dar. Seit der Antike wird als Maßeinheit die Bezeichnung Karat (Carat) für das Gewicht von Edelsteinen verwendet. Als gängige internationale Abkürzung wird ct verwendet.

Ursprünglich war das Karat das Gewicht eines getrockneten Samenkorns des Johannisbrotbaumes (Ceratonia siliqua).
Im Mittelalter entsprach ein Karat dem Gewicht von drei Gersten- oder vier Weizenkörnern. Das metrische Karat wurde 1875 nach der Meterkonvention eingeführt. 1 metrisches Karat = 200mg = 0,2 g = 1 ct.

Härtegrad

Der Härtegrad diente früher zur Bestimmung der Edelsteine, da ein härterer Edelstein einen weicheren Edelstein ritzen kann. Die Ritzhärte wurde vor 150 Jahren vom Mineralogen Friedrich Mohs entwickelt. Mohs erstellte aus 10 verschieden harten Mineralien eine Vergleichsskala (Mohs`sche Härteskala) von 1 bis 10, die bis heute Bestand hat. Der Diamant steht mit dem Härtegrad 10 als härtester Edelstein an der Spitze, während der Saphir und Rubin (Korund) mit Härtegrad 9 die härtesten Farbedelsteine sind. Die absolute Härte (Schleifhärte) vom Diamant ist 140-mal größer als die des Korunds.

Schliff

Erst der perfekte Schliff bringt die Brillanz und Schönheit eines Edelsteins zur vollen Geltung. Je nach Gewicht, Beschaffenheit und Farbe des Rohsteins wählt der Schleifer eine bestimmte Schliffform aus. Bestimmte Edelsteingattungen erhalten vorzugsweise klassische Schliffformen, wie beispielsweise die Sternsaphire den Cabochonschliff oder die Smaragde den Smaragdschliff.
Das Schleifen wird durch professionelle Edelsteinschleifer bzw. Edelsteinschneider ausgeführt, da die Wahl des Schliffs und dessen Qualität den späteren Wert des jeweiligen Edelsteins ganz erheblich beeinflussen. Erst durch einen gelungenen Schliff wird ein, oftmals recht unspektakulär aussehender, Rohedelstein zu einem atemberaubend schönen Edelstein.

Transparenz

Die Transparenz ist einer der entscheidenden Wertfaktoren bei Edelsteinen. Je höher diese ist, desto wertvoller ist der Edelstein. Einschlüsse oder Risse führen zu einer reduzierten Transparenz und damit zu einer Wertminderung.

Es kommt jedoch auch vor, dass gerade besondere Einschlüsse – wie zum Beispiel die nadelartigen Einschlüsse beim Sternrubin oder Sternsaphir, die einen sechsstrahligen Stern bilden – den Stein zu etwas ganz Besonderem machen. Zugleich werden solche Wachstumsmerkmale als „Fingerabdrücke der Natur“ bezeichnet und sind ein untrügliches Indiz für die Echtheit und Natürlichkeit. Es gibt heutzutage auch synthetisch hergestellte Steine mit imitierten Einschlüssen. Ob es sich bei einem Edelstein um ein künstliches Produkt handelt kann daher nur ein ausgebildeter Gemmologe nachweisen.