Palladium

Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs das Interesse der Chemiker an Platin. So begannen einige mit der Untersuchung der Rückstände von in Königswasser gelösten Platinerzen. Innerhalb nur eines Jahres wurden auf diese Weise vier Platinmetalle entdeckt: Osmium, Iridium, Rhodium und Palladium. Der Engländer William Wollaston fand bei derartigen Versuchen im Jahre 1803 neben Rhodium auch Palladium. Obwohl Palladium in der Elementhäufigkeit an 72 steht und damit etwas häufiger als Gold und Platin vorkommt, ist es ein sehr seltenes Element. Es tritt in der Natur fast immer zusammen mit den restlichen Platingruppenmetallen auf, allerdings nur in geringen Mengen. Vereinzelt kommt es auch in gediegener Form vor.

Metallisches Palladium und palladiumhaltige Legierungen wurden in Flussseifen in Russland, Australien und in Nord- und Südamerika gefunden. Diese Lagerstätten sind jedoch seit Jahrzehnten weitestgehend ausgebeutet. Heute wird Palladium meist als Beiprodukt aus Nickel-, Blei-, Silber- und Kupfererzen, teilweise auch aus Golderzen sowie in Platinerzen gewonnen. Mehr als 50% stammen aus russischer Förderung, der Rest aus Südafrika und Nordamerika.

Palladium ist ein verformbares Metall und bei Hitze schmiedbar. Es handelt sich um ein weißes, stark reflektierendes Metall, das an Luft sehr beständig ist. Fein verteilt bildet es ein schwarzes Pulver. Von allen Platinmetallen ist das Edelmetall das leichteste, unedelste und reaktionsfähigste Metall. Bei Raumtemperatur reagiert es nicht mit Sauerstoff, es behält an der Luft seinen metallischen Glanz und läuft nicht an.

Palladium ist ein silberweiß metallisch glänzendes, sehr zähes sowie äußerst gut schmied- und walzbares Edelmetall. Es ist ein Element aus der Gruppe der Platinmetalle. Weitere „Platingruppenmetalle“ sind neben dem Platin und Palladium selbst Rhodium, Iridium, Ruthenium und Osmium. Sie haben in der Schmuckbranche praktisch keine Bedeutung.

Palladium ist anlaufbeständig. Durch Legierung mit anderen Metallen können die optischen und die mechanischen Eigenschaften von Palladium verändert und den Bedürfnissen angepasst werden.

Die Härte von Palladium

Hier gibt es leider immer wieder unterschiedliche Aussagen und Widersprüche. Generell sind die Palladiumlegierungen nicht härter als Platin- oder Goldlegierungen. Durch Schmieden und Walzen wird die Härte von Palladium erhöht, so dass es für Trauringe geeignet ist.

Bei Materialkombinationen z.B. Palladium mit Gold kommt erschwerend dazu, dass durch das Zusammenfügen/Löten/Sintern der zwei Edelmetalle das Palladium wieder an Härte verliert und ein nachträgliches Schmieden dann nicht mehr möglich ist.

Palladium ist ein schönes Metall, man sollte es aber nicht mit dem Argument der Härte bewerben. Nochmal zusammenfassend: Für die Härte ist zum Einen die Wahl des Zusatzmetalles wichtig und zum Anderen das Herstellungsverfahren. Die Legierung ist härter als das Grundmetall alleine.