Platin

Für eine Unze Platin, also ganze 31,1 g, müssen ca. zehn Tonnen (!) Erz abgebaut werden. Doch das ist erst der Anfang eines langen, schweren Weges vom rohen Gestein zum wertvollen Barren. Jetzt liegen noch einhundertfünfzig komplizierte Schritte und fünf Monate harte Arbeit vor den Förderern. So aufwendig ist es, das Platin aus dem Erz zu lösen und von den anderen neun begleitenden Metallen zu trennen. Die Ausbeute der umständlichen und zeitraubenden mechanischen wie chemischen Prozesse ist vergleichsweise gering.

Platin ist 30mal seltener als Gold und findet sich nur an wenigen Orten der Erde, hauptsächlich in Südafrika und Russland, und in geringerem Umfang in Zimbabwe, Kanada und Südamerika. Jedes Jahr werden nur 88 Tonnen Platin zu Schmuck verarbeitet, im Vergleich zu 2.700 Tonnen Gold. 10 Tonnen Erz werden geschürft, bis eine einzige Unze Platin (31,1 Gramm) gewonnen ist, während für die gleiche Menge Gold nur drei Tonnen Erz abgebaut werden müssen. Es gibt auch weniger Platinminen. Auf jede zehnte Goldmine kommt gerade mal eine Platinmine.

Platin wird vorwiegend mit einem Feingehalt von 950/000 verarbeitet. Das heißt, von 10 Gramm Schmuckmetall sind 9,5 Gramm, also 95 Prozent, reines Platin. Im Gegensatz zu Gold, dessen Feingehalt üblicherweise zwischen 333/000 bis 750/000 variiert. Ein Schmuckstück aus Platin wiegt rund 35 % mehr als ein gleich großes aus 750er Gold und enthält 70 % mehr reines Edelmetall.

Die Dichte des Platins und sein Gewicht machen es haltbarer und widerstandsfähiger als andere Schmuckmetalle. Ein 15 cm-Platinwürfel wiegt 75 kg, das gleiche wie ein durchschnittlich schwerer Mann.

Mit 1768° C hat Platin den höchsten Schmelzpunkt. Feingold schmilzt bei 1063° C, Feinsilber sogar schon bei 960° C. Ein glanzvolles und deutlich sichtbares Beispiel für die Besonderheit des Platins ist der schon klassische Spannring, dessen extreme Kraft und Festigkeit den Diamanten sicher und unverrückbar halten. Einige der berühmtesten Juwelen der Welt wurden in Platin gefasst, wie z.B. der Kohinor-Diamant, der zu den britischen Kronjuwelen gehört.

Platinschmuck überzeugt durch optimale Hautverträglichkeit und löst keine Allergien aus, wie sie bei anderen weißen Schmuckmetallen auftreten können. Alle Edelmetalle können verkratzen, und Platin ist keine Ausnahme. Beim Platin allerdings wird durch den Kratzer lediglich Metall verschoben und nichts seines Volumens geht verloren, während Gold sich abnutzt und seine Masse dadurch verringert.